08.10.2022

Hangrutsch in Pfronten

„Ich sah nur die Bäume vorm Fenster wackeln und dann war es auch schon passiert.“ So beschrieb eine Bewohnerin den Hangrutsch, welcher sich am Montag, 03.10.2022, in Pfronten ereignete.

Um kurz nach neun wurde am Montag der Fachberater des THW Ortsverband Füssen auf Anforderung der Freiwilligen Feuerwehr Pfronten Berg alarmiert. Da zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass sich oberhalb des Hangrutsches noch ein zweistöckiges Wohnhaus befindet, wurde kurz darauf auch der Baufachberater des Ortsverbandes Memmingen alarmiert. Ebenso erhielt der Einsatzstellensicherungstrupp (ESS Trupp) des Ortsverbandes Weingarten eine Voralarmierung.

An der Einsatzstelle stellte sich heraus, dass vermutlich durch die Regenfälle der letzten Zeit der Berghang aufgeweicht wurde und bis über den unterhalb verlaufenden Panoramaweg abrutschte. Da der Abbruch sich direkt unterhalb des Wohnhauses befand und nicht sicher war, ob dieses sich auch bewegt hatte, wurde der ESS Trupp final alarmiert. Zur seiner Unterstützung wurden die Bergungs- und Räumgruppe des OV Füssen alarmiert. Aus Sicherheitsgründen wurden die Bewohner des Hauses evakuiert. 

Durch den ESS Trupp und die Helfer aus Füssen wurden dann diverse Messpunkte an Hang und Haus angebracht, sowie beschädigte Drainagerohre abgeleitet, um ein weiteres Aufweichen des Hanges zu vermeiden. Ebenso mussten kleinere Bäume gefällt und Gehölz beseitigt werden, damit manche Messpunkte zugänglich wurden. Die Messpunkte sind Bestandteil des Einsatzstellensicherungssystems (ESS). Das ESS misst mittels Laser kontinuierlich die Distanz der Messpunkte bis auf den Bruchteil eines Millimeters genau. Damit kann festgestellt werden, ob und wann sich diese bewegen. Die Messung über den Nachmittag hinweg ergab, dass sich nur noch kleine Teile des Hanges leicht bewegten. Auch eine Erkundung per Drohne aus der Luft, welche per Spezialkamera eventuell auftretende Wasseraustritte finden sollte, ergab keine neuen Vorkommnisse. Gegen Abend wurde die Messung pausiert und die Einsatzstelle noch mittels Baugittern des Ortsverbandes Füssen gesichert.

Über Nacht brachen die am Vortag noch in Bewegung befindlichen Hangteile ab. Hier kam es aber zu keinen weiteren Schäden. Am nächsten Morgen wurde die Messung fortgesetzt und ergab keine weiteren nennenswerten Werte. In Abstimmung mit Hauseigentümer, Polizei und Gemeinde wurde für die weitere messtechnische Überwachung und Beurteilung der Sicherungsoptionen sowie Sicherung des Hanges eine Fachfirma beauftragt.

Dieser konnte die Einsatzstelle gegen Dienstagmittag übergeben werden.

Insgesamt handelte es sich bei dem Hangrutsch um über 120 Erdreich. Im Einsatz waren 13 Einsatzkräfte des THW Füssen sowie sechs weitere aus dem Ortsverband Weingarten und zwei aus Memmingen. Ebenso waren die freiwillige Feuerwehr Pfronten Berg sowie die Polizei und Gemeinde Pfronten vor Ort.


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