18.06.2020, von Melanie Rabus

Ortung und Baufachberatung nach Gebäudeexplosion im Einsatz

Am Mittwochmorgen kam es in der Nähe des Bahnhofs in Günzburg zu einer Explosion. 15 Personen erlitten leichte Verletzungen, die ausgelöste Druckwelle zerstörte eine leerstehende Lagerhalle. An umliegenden Gebäude und Fahrzeugen entstanden erhebliche Schäden.

Gegen 7:20 Uhr wurde das THW Günzburg mit einer Vielzahl weiterer Einsatzkräfte – insgesamt rund 180 ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW sowie ca. 60 Kräfte der Polizei - zur Schadensstelle gerufen. Ein Trümmerfeld rund um die ehemalige Tierzuchthalle, zerborstene Fensterscheiben, beschädigte Autos, Holzbalken und Steine, die die Druckwelle auf Bahngleise und Schienen und Wege geschleudert hatte – beim Eintreffen an der Unglücksstelle bot sich den Helfern ein Bild der Zerstörung.

Zu Einsatzbeginn konnten die Einsatzkräfte nicht ausschließen, dass sich Personen in dem Gebäude aufhielten und verschüttet wurden. Daher veranlasste die Einsatzleitung nach einer Untersuchung auf mögliche Gefahrenpunkte erste Suchmaßnahmen. Hierfür kamen ein Rettungshubschrauber der Polizei, eine Drohne, eine Wärmebildkamera und mehrere Hunde der Rettungshundestaffel zum Einsatz. Zusätzlich unterstützte das THW Memmingen mit der Fachgruppe Ortung und einem Baufachberater die Einsatzkräfte.

Nach der statischen Freigabe des Gebäudes durch den Baufachberater starteten die Helfer des THWs ihre Suche. Mit einer speziellen Kamera mit Sonde untersuchten Kräfte der Ortungsgruppe die Trümmerkegel, während Helfer des THW-Günzburgs das Gebäude und die Umgebung absuchten.

In der Zwischenzeit erreichten auch die Helfer des THW Dillingen den Schadensort um die Einsatzkräfte bei der Personensuche zu unterstützen. Nachdem sie das Gebäude durchforstet und die Trümmer von Hand abgetragen hatten, beendeten die Helfer schließlich die Suche. Es gab keine Anzeichen auf vermisste Personen.

Die Suchmannschaften trugen Spezialanzüge und Atemschutzmasken da das Dach des zerstörten Gebäudes aus Asbestplatten bestand. Um aufwirbelnden Staub zu vermeiden besprühte die Feuerwehr die Trümmer zeitweise mit Wasser.

Der alarmierte Baufachberater des THWs untersuchte während der Suchaktion weitere nahegelegene Gebäude und den behelfsmäßigen Übergang zu den Bahngleisen auf mögliche statische Beeinträchtigungen. Er stellte aber keine weiteren Gefahren fest. Auch die benachbarte Asylunterkunft gab der Baufachberater nach einer Überprüfung wieder frei.

Der Einsatz endete gegen 16:30 Uhr. Vom THW waren insgesamt rund 35 Helfer vor Ort.


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