30.09.2021, von Manuel Dehn

Zugübung

Explosion in einem Memminger Reihenhaus in den frühen Morgenstunden. Mehrere Personen werden verletzt bzw. vermisst. Das Technische Hilfswerk Memmingen unterstützt bei der Rettung und Suche, sowie Schadensbekämpfung.

Nachdem der THW Ortsverband in der Corona-Pandemie beim Transport und der Auslieferung von Schutzausstattung aus dem Verteilzentrum in Penzing an den Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen, sowie zur Vorbereitung und Inbetriebnahme des Corona Testzentrums in der Stadionhalle und  des Impfzentrums in der Buxacher Straße gut eingebunden ist, folgen im Juli und August mehrere Hilfeleistungseinsätze im Hochwassergebiet Ahrweiler. Die Helfer*innen sind teilweise mehrmals im Schadensgebiet um bei der Wiederherstellung der Infrastruktur, Lageerkundung und Kommunikationsverbesserung oder als Fachberater in der Einsatzleitung RLP zu unterstützen.

„Explosion in der Leonhardtstr. 12-16“ – So lautet das Alarmstichwort für rund 30 Helfer*innen des Technischen Hilfswerks bei der diesjährigen Großübung des Ortsverband Memmingen. Beide Bergungsgruppen sind in kürzester Zeit vor Ort um sich ein Bild zur Schadenslage zu verschaffen. Nach dem fiktiven Teileinsturz des Mehrfamilienhauses und mehrerer vermisster bzw. verletzter Personen ist schnell klar, dass weitere Fachgruppen an der Einsatzstelle benötigt werden. Während der Teil des stark angeschlagene Gebäudes abgestützt wird, untersucht die Drohnengruppe (ULF Trupp) die oberen Geschosse. Diese Gruppe ist seit mehreren Jahren im Ortsverband integriert und leistet mit ihren drei Drohnen ausgestattet mit optischer, hochauflösender sowie Wärmebildkamera hilfreiche Dienste bei der Lageerkundung, Dokumentation von Schadensstellen, sowie Vermisstensuchen.

Ein Erkundungstrupp stellt starke Rauchentwicklung in einem weiteren Gebäudeteil fest und kann die Suche nur unter schwerem Atemschutz fortsetzen - die rund 20 Atemschutzgeräteträger werden bei der Feuerwehr Memmingen ausgebildet und unterziehen sich hier dem regelmäßigen Leistungscheck. Erst nachdem der Brandherd erkannt und beseitigt ist, kann der Verletztentransport mittels „Leiterhebel“, einer THW urtypischen Rettungsmethode, aus dem 1. OG stattfinden.

Auch die Ortungsgruppe ist in die Übung stark eingebunden. Ausgestattet mit einem Handyortungssystem, sowie optischen und akustischen Ortungsgeräten unterstützen Sie an der Einsatzstelle beim Auffinden von vermissten Personen. Zuletzt kommt die in Memmingen stationierte Fachgruppe bei einer Explosion in Rettenbach am Auerberg im Mai 2019 zum Einsatz.

Nach Lokalisierung vermisster Personen im Gebäude können die Bergungsgruppen wieder Ihre Expertise einbringen: zur Rettung werden Kernbohrungen und Wanddurchbrüche durchgeführt.

Nicht zuletzt findet auch die Fachgruppe Räumen Ihre Aufgabe im Übungsgeschehen. Nachdem zuvor mit Personal bei den Bergungstätigkeiten ausgeholfen wird, kommt der Radbagger zum Einsatz um einen Graben an der Gebäuderückseite auszuheben. Ziel ist es später über eine Rettungsöffnung im Kellergeschoss eine geortete Person zu retten. Mit mehreren Anbaugeräten wie Sortiergreifer, Tieflöffel, Grabenraumlöffel usw. ist er ein wichtiger Bestandteil der Fachgruppe Räumen und multifunktional einsetzbar.

„Es hat sich heute mal wieder gezeigt wie groß der THW Baukasten ist und wie vielseitig das THW bei Unglücksfällen unterstützen kann. Umso wichtiger ist es regelmäßig das z.T. fachspezifische Wissen zu trainieren, um den anderen Hilfsorganisationen und Anforderern ein verlässlicher und kompetenter Partner zu sein“ kommentiert die Übungsleitung den Vormittagsdienst.


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




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